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Pädagogischer Ansatz

 

1.   Situationsorientierter Ansatz nach Kranz

Wir arbeiten nach dem situationsorientierten Ansatz nach Krenz.

 

„Der situationsorientierte Ansatz geht davon aus, dass Kinder aus verschiedenen sozialen Herkunftssystemen und mit unterschiedlichen Biografien befähigt werden, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst autonom und kompetent denken und handeln zu können. (vgl. Krenz, Armin: Der situationsorientierte Ansatz im Kindergarten)

 

Kinder sind von sich aus motiviert zu lernen. Dies hat für uns zur Folge, dass ihre Lebenssituationen, Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Deshalb werden in unserer Einrichtung alle Bildungsbereiche aus der realen Situation des Alltags heraus miteinander verbunden. Über Erfahrungslernen werden Zusammenhänge zum eigenen Leben hergestellt.

 

Heute wissen wir, dass bei jedem Kind Bildung mit der Geburt beginnt.

In den ersten drei Lebensjahren lernen Kinder mehr als im Rest des Lebens. Nie wieder ist die Motivation zum täglichen Lernen so ausgeprägt!

 

2.  Prinzipien der Pikler-Pädagogik

In unserer täglichen Arbeit setzen wir die Prinzipien der Pikler-Pädagogik um. Emmi Pikler erkannte das hohe Potenzial, welches bereits ein Säugling bei seiner Geburt mitbringt. In jedem Kind steckt das Bedürfnis nach Autonomie und Selbsttätigkeit. Zu den wichtigsten Prinzipien der Pikler-Pädagogik zählen die freie Bewegungsentwicklung und eine beziehungsvolle und sensible Pflege.

 

Freie Bewegungsentwicklung

Krippenkinder durchleben im Alter von 0-3 Jahren eine „sensible Phase“ für Bewegung. Sie haben einen ausgeprägten Bewegungsimpuls, das Bedürfnis sich selbst, aber auch die Dinge aus ihrer Umgebung zu bewegen. Jedes Kind entwickelt seine motorischen Fähigkeiten selbständig. Unsere Aufgabe liegt darin, dem Kind die Zeit zu geben und seine Umgebung so zu gestalten, dass es sich seine Fähigkeiten selbst „erarbeiten“ kann. Greifen wir in die motorische Entwicklung ein (z.B. führen wir es an den Händen zum Laufen lernen oder heben es irgendwohin hoch), rauben wir dem Kind die Möglichkeit, sich die vielen Zwischenschritte selbst zu erarbeiten. Dieses dauerhaft zu praktizieren, kann zu Bewegungsunsicherheiten bis hin zu Haltungsschäden führen.

(vgl. Pikler: „Lasst mir Zeit“)

 

Beziehungsvolle und sensible Pflege

Die Pflegesituation ist nach Emmi Pikler, eine „Qualitätszeit“ für das Kind; das bedeutet, sie wird so gestaltet, dass das Kind die Pädagogin in dieser Zeit nur für sich hat. Die volle Aufmerksamkeit bei hygienischen Tätigkeiten- insbesondere dem Wickeln- gilt diesem einen Kind. Das Kind wird entsprechend seinem Entwicklungsstand in den Pflegeablauf mit einbezogen, indem es mithilft. Die Pädagogin lässt dem Kind Zeit, wartet die Bewegungen des Kindes ab und steht in ständiger Kommunikation mit ihm. Durch die intensive Zeit miteinander, wird die Beziehung gefestigt, die Pädagogin lernt Mimik und Gestik des Kindes immer besser zu verstehen und kann entsprechend darauf reagieren. Das Kind erfährt die Pflege als ein harmonisches Erlebnis, aus welchem es den gesamten Aufenthalt in der Einrichtung zerren können. (vgl. Pikler: “Miteinander vertraut werden“)

 

3.    Pädagogik der Vielfalt (Diversität)

Die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen ist seit März 2009 auch für Deutschland verbindlich. Sie führt als Weiterentwicklung von Integration den Begriff „Inklusion“ ein. Grundlegend hierfür ist die „Erkenntnis, dass sich das Verständnis von Behinderung ständig weiterentwickelt und dass Behinderungen aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entstehen, die sie an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern“ (UN-Konvention, Präambel, Satz e).

 

Das moderne Konzept der Inklusion hat jedoch nicht nur die Kinder mit Behinderung im Blick. Vielmehr sieht es vor, dass alle Kinder, das heißt Mädchen und Jungen verschiedenen Alters, deutsche Kinder, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder mit Behinderung, Kinder mit erhöhten Entwicklungsrisiken und Kinder mit besonderen Begabungen nach Möglichkeit dieselbe Bildungseinrichtung besuchen und gemeinsames Leben und Lernen erfahren.

 

Der Bildungsansatz der Ko-Konstruktion bietet einen optimalen Rahmen, eine inklusive Pädagogik und damit eine Pädagogik der Vielfalt mit Leben zu füllen. In Gruppen mit Kindern mit unterschiedlichen Interessen, Stärken und Sichtweisen kann Ko-Konstruktion zu einem für alle bereichernden und gewinnbringenden Lernprozess werden. Zugleich erkennen die Kinder, dass sie zusammen mehr erreichen als jeder für sich allein.

 

Eine Bildungsphilosophie, die das Kind in den Mittelpunkt stellt, verlangt zugleich ein hohes Maß an Individualisierung. Bildungsprozesse werden daher stets vor dem Hintergrund des individuellen Lern- und Entwicklungsverlaufs des Kindes, seiner persönlichen Stärken und Ressourcen sowie auch seines kulturellen und sozialen Kontextes gestaltet und reflektiert.