Pädagogisches KonzeptPädagogisches Konzept

Die pädagogische Arbeit im Lummerland

Der Situationsansatz im Lummerland

Die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit ist der situationsorientierte Ansatz. Dies bedeutet, dass wir als Erzieher unsere Themenauswahl nach den Bedürfnissen und Interessen der Kinder ausrichten und nicht etwa an einem starren Jahresplan festhalten.

"Der Situationsorientierte Ansatz geht davon aus, dass Kinder verschiedener sozialer Herkunft und mit unterschiedlicher Lerngeschichte befähigt werden, in Situationen ihres gegenwärtigen und künftigen Lebens möglichst autonom und kompetent denken und handeln können.“ Quelle: Krenz, Armin: Der situationsorientierte Ansatz im Kindergarten

Die aktuellen Lebensereignisse, die die Kinder beschäftigen, werden aufgegriffen und vertieft. Den Kindern gelingt es neue Handlungsmöglichkeiten zu entdecken, indem wir den Kindern ermöglichen, Situationen und Ereignisse, die sie im Alltag erfahren, zu verstehen, zu fühlen und zu verarbeiten.

Die Themenfindung beruht auf intensiven und aufmerksamen Beobachten des Gruppengeschehens, denn nur so ist bedürfnisorientiertes Arbeiten überhaupt umsetzbar.

Wir greifen die Ideen, Interessen und Fantasien auf und entwickeln sie mit den Kindern gemeinsam weiter. Die Kinder erlangen somit ein Bewusstsein, eigene Gedanken äußern zu dürfen, erleben Wertschätzung und sich selbst als wichtiges Mitglied der Gemeinschaft.

Das Spiel gilt beim Situationsansatz als wichtigstes Instrument für die Kinder, denn hier begreift das Kind spielerisch seine Umwelt. Die Gruppendynamik fördert zusätzlich den Gemeinschaftssinn und das soziale Miteinander der Kinder. Für das spielerische Erlernen der unterschiedlichsten Fähigkeiten werden den Kindern vorbereitete Räume und Materialien zur Verfügung gestellt. Dies können z.B. eine Bau-Ecke, eine Rollenspielecke oder Alltagsmaterialien sein.Beispielhaft lernen die Kinder so etwas über Essen und Trinken („was esse ich gerne und wo kommt mein Essen her?“), über soziales Miteinander („ich will dich nicht mehr schlagen- lass uns wieder Freunde sein“) oder über die Unterschiede in den einzelnen Familien („ich habe Vater und Mutter, Sven hat nur eine Mutter, Iwan hat zwei Väter…“).

 

Das Spiel ist der Weg der Kinder

zur Erkenntnis der Welt, in der sie leben!

(Maxim Gorki)

 

Durch die Arbeit im situationsorientierten Ansatz, der Kinderkonferenz und dem damit verbundenen Parizipationsgedanken entstehen unsere Projekte.

Projektarbeit im Lummerland

Eines der wichtigsten Bestandteile des situationsorienterten Ansatzes ist die "Projektarbeit".

"Projekte sind besondere Aktivitäten, im Rahmen derer die Kinder sich mit einem Thema ihrer Lebensrealität auseinandersetzen. Projekte werden von Kindern und Erwachsenen gemeinsam gestaltet. Die inhaltlichen und zeitlichen Abläufe werden gemeinsam festgelegt" (Hamburger Bildungsempfehlung 2012, S.38)

 "In Projekten beschäftigen sich eine Gruppe von Kindern über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem Thema, dabei bearbeiten Kleingruppen verschiedene Aspekte des Themas, die einerseits die Kinder interessieren , aber auch die pädagogischen Fachkräfte für sinnvoll halten" (vgl. Katz/Chard 2000a)

Wichtige Prinzipien in der Projektarbeit mit Kindern:

Partizipation

Im Vordergrund der Projektarbeit steht die Partizipation. Die Kinder planen und realisieren die Projekte und wirken in allen Phasen von Beginn bis Ende aktiv mit. Schon bei der Auswahl der Themen stehen die Interessen und Beteiligung der Kinder im Mittelpunkt. Projektziele werden von allen Mitwirkenden formuliert und demokratisch abgestimmt.


Freiwilligkeit

Die Teilnahme an Projekten ist für die Kinder freiwillig. Es ist wichtig, dass die Kinder Motivation, Interesse und Engagement am Projekt zeigen. Davon lebt die Projektarbeit. Die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit in Ein-, Aus- oder Wiedereinzusteigen.


Alltagsgeschehen

Wir sehen Pojekte nicht als Sonderveranstaltung sonder als normalen Alltag. Die Themen für unsere Projekte haben direkten Bezug zum täglichen Geschehen und entstehen aus Alltagssituationen. Projektarbeit ist Bestandteil unseres Tagesablaufes.

Ganzheitliche Bildung

Bei der Arbeit mit Projekten, werden alle Sinne angesprochen. Verschiende Bildungsbereiche werden angesprochen und automatisch miteinander verbunden. Die Projektarbeit fördert und stärkt die Kinder in allen Basiskompetenzen sowie in ihrer Selbstständigkeit und ihrem Selbstbewusstsein.

Flexibilität

Der Verlauf eines Projektes ist zu Beginn frei und offen. Niemand weiß zu Beginn eines Projektes wohin es hin führt und wie es endet. Die Inhalte eines Projektes ergeben sich aus den Fragestellungen und Interessen der Kinder.

 

Projektarbeit lebt von projektfreien Phasen. Diese Phasen sind wichtig für ein Kind, damit es seinen Erinnerungen nachgehen und zugleich für neue Dinge empfänglich sein kann. Projektfreie Zeiten in denen auch einmal Langeweile entstehen kann, sind wertvolle Zeiten. Draus ergeben sich neue Themen aus dem Alltag. Für pädagogische Fachkräfte ist es ein wichtiger Zeiraum, um durch Beobachtung neue Themen und Intressen der Kinder wahrzunehmen.