Pädagogische ArbeitPädagogische Arbeit

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Unser Bild vom Kind

Maria Montessori vergleicht in ihrer Pädagogik, die Entwicklung des Kindes mit dem Wachsen einer Blume: Wie eine Blumenzwiebel die Eigenschaften (Größe, Farbe, lang-oder kurzstielig,…) enthält, so verfügt auch das Kind über einen „inneren Bauplan“ nach dem sich seine Entwicklung vollzieht. Die Anlagen können durch die äußeren Bedingungen nicht verändert werden. Entscheidend für das Wachsen der Blume ist jedoch, ob sie geeignete Erde mit der richtigen Menge an Nährstoffen, Wasser und Licht erhält. Sie kann kümmerlich aussehen oder bei ganz ungünstigen Bedingungen gar nicht zur Blüte kommen. Sie kann aber auch eine wunderschöne, prächtige Blume werden. Zuviel Wasser oder Sonne sind ebenso schädlich wie zu wenig. Das ungeduldige Ziehen am Stiel erscheint uns hier völlig ungeeignet, um zu erreichen, dass die Blume das macht, was wir uns vorstellen.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, dem Kind Raum und Zeit zur Entfaltung seines „inneren Bauplans“ zu geben. Durch fachliche Beobachtungen erkennen wir Neigungen und Interessen, knüpfen daran an und ermöglichen so, ganzheitliches Lernen. Wir bieten dem Kind die geeigneten „Nährstoffe“, indem wir ihm mit Achtung, Liebe, Wertschätzung und Respekt begegnen. Durch das Schaffen einer entsprechenden Umgebung, den kindgerechten Umgang und die liebevolle Pflege unserer „Pflänzchen“, können sie frohen Mutes wachsen und sich fest „verwurzeln“.

Pädagogischer Ansatz

Unsere pädagogische Arbeit basiert auf den Grundsätzen der Montessori - und Pikler Pädagogik. 

Die Schwerpunkte liegen in der Selbsttätigkeit, im spielerischen Lernen mit Montessori Material, der sensiblen Pflege und der freien Bewegungsentwicklung. Damit wir unsere Ziele realisieren können, ist die Umgebung in unserer Einrichtung so beschaffen, dass sie die Bedürfnisse der Kinder anspricht, herausfordert und fördert. Eine geordnete Umgebung gibt dem Kind Sicherheit und Orientierung.

Selbsttätigkeit- Ein Prinzip der Montessori- und Pikler Pädagogik

Sowohl Maria Montessori als auch Emmi Pikler erkannten das hohe Potenzial, welches bereits ein Säugling bei seiner Geburt mitbringt. In jedem Kind steckt das Bedürfnis nach Autonomie und Selbsttätigkeit. Montessori- und Pikler Pädagogik bedeutet Entwicklung und Lernen durch: Selbständige, von innen geteilte Aktivität auf der Grundlage einer sicheren, achtsamen und wertschätzenden Beziehung zwischen Pädagogin und Kind, in einer vorbereiteten Umgebung.

Spielerisches Lernen mit Montessori Material & Montessori Übungen                               

Zu den Grundbedürfnissen des Kindes gehört neben dem Bedürfnis mit einer Person verbunden zu sein (Bindung) auch das Bedürfnis nach Erkundung und dabei dem speziellen Wunsch etwas auf eigene Art und Weise bewirken zu können. Dabei stellt das Kind sich aus einem inneren Impuls heraus seine nächste Aufgabe und verfolgt diese bis zur Lösung oder der Entscheidung sich etwas anderem zuzuwenden.  Das Montessori Material hat durch seine schlichte Aufmachung und seine dezenten Farben einen großen Aufforderungscharakter für das Kind. Das besondere daran ist auch, dass die Variierbarkeit des Materials es allen Kindern, unabhängig vom Entwicklungsstand, ermöglicht mit  Montessori Material tätig werden zu können.  Jedes Material verfolgt einen einzigen Lernschritt,  was die Konzentration des Kindes auf sein Tun stärkt.  Die eingebaute Fehlerkontrolle ermöglicht selbständiges Spiel ohne in Abhängigkeit vom Pädagogen zu sein. Mit dem Wissen über die Merkmale des Montessori Materials erstellen wir auch Material und Übungen, welche den aktuellen und individuellen Bedürfnissen der Kinder unserer Gruppen entsprechen. Die Darbietungsart (wie wir das Material dem Kind zeigen), passen wir dem individuellen Entwicklungsstand der Kinder an. Das Montessori Material lässt sich in 5 Bereiche einteilen…

Arithmetik (Mathematik)  = Material und Übungen zum Thema „Zahlen, zählen und Mengen. Das können bspw. Sandpapierzahlen sein, Ziffern und Chips, das tägliche Zählen der Kinder im Morgenkreis usw.…

Sinnesmaterial = all unsere Sinne betreffendes Material, wie z.B. Hördöschen, Braune Treppe, Rosa Turm, Farbtäfelchen…

Sprache = …umfasst außer dem gesprochenen Wort, alles was mit Sprache in Form von Schrift und Bild zu tun hat. Das Wiederkehren von Schriftbildern fördert bereits bei den Krippenkindern die Erkennung. Zum Bereich der Sprache zählen bspw. Materialien wie die Sandpapierbuchstaben“, Bilderbücher, Fingerspiele etc.

Kosmische Erziehung= umfasst Material und Übungen zu den Themen Natur, Umwelt, Biologie, Erdkunde, Astrologie und Kosmos. Ein Element der kosmischen Erziehung ist auch unser Geburtstagskreis im Kindergarten. Auf spielerische Art und Weise lernen die Kinder hierbei, dass die Erde sich um die Sonne dreht, ein Jahr 12 Monate hat und sie sehen ihre Entwicklung in den einzelnen Lebensjahren auf Fotos.

Übungen des täglichen Lebens = …umfasst Übungen zur Sorge u. Pflege der eigenen  Person (z.B. Nase putzen, Hände waschen,  anziehen…) und Übungen zur Sorge u. Pflege der Umgebung   (z. B. Tisch abwischen, Tisch decken, kehren, Türe schließen, Stuhl tragen...). Dinge die wir als Erwachsene wie selbstverständlich tun, für die Kinder sind sie noch nicht selbstverständlich.

 

Zwei tragende Säulen in unserer Krippengruppe:

1. Sensible Pflege (nach Emmi Pikler)

Die Hände bilden die erste Beziehung des Säuglings mit der Welt. Hände heben ihn auf, legen ihn hin, waschen, kleiden und füttern ihn. Das Kind entwickelt ein positives Gefühl, wenn ruhige, geduldige, behutsame aber doch sichere und entschlossene Hände mit ihm umgehen. Deshalb hat die Pflege, vor allem in der Krippengruppe unserer Einrichtung, einen hohen Stellenwert.

Die Pflegesituation ist nach Emmi Pikler, eine „Qualitätszeit“ für das Kind; das bedeutet, sie wird so gestaltet, dass das Kind die Pädagogin in dieser Zeit nur für sich hat. Die volle Aufmerksamkeit bei hygienischen Tätigkeiten- insbesondere dem Wickeln- gilt diesem einen Kind. Das Kind wird entsprechend seinem Entwicklungsstand in den Pflegeablauf mit ein bezogen, indem es mithilft. Die Pädagogin lässt dem Kind Zeit, wartet die Bewegungen des Kindes ab und steht in ständiger Kommunikation mit ihm. Durch die intensive Zeit miteinander, wird die Beziehung gefestigt, die Pädagogin lernt Mimik und Gestik des Kindes immer besser zu verstehen und kann entsprechend darauf reagieren. Das Kind erfährt die Pflege als ein harmonisches Erlebnis, aus welchem es den gesamten Aufenthalt in der Kinderkrippe zehren kann.

2. Freie Bewegungsentwicklung (nach Emmi Pikler)

Krippenkinder durchleben im Alter von 0-3 Jahren eine „sensible Phase“ für Bewegung. Sie haben das Bedürfnis sich selbst, aber auch die Dinge aus ihrer Umgebung zu bewegen. Jedes Kind entwickelt seine motorischen Fähigkeiten selbständig. Unsere Aufgabe liegt darin, dem Kind die Zeit zu geben und seine Umgebung so zu gestalten, dass es sich seine Fähigkeiten selbst „erarbeiten“  kann. Greifen wir in die motorische Entwicklung ein (z.B. führen wir es an den Händen zum laufen lernen oder heben es irgendwohin hoch), nehmen wir dem Kind die selbsterarbeiteten Zwischenschritte. Dieses kann zu Bewegungsunsicherheiten bis hin zu Haltungsschäden führen.

Die geistige Entwicklung kann und muss,  sowohl in der Krippe als auch im Kindergarten, durch die Bewegung unterstützt werden. „Ohne sie gibt es im Bezug auf den Geist weder Fortschritt noch Gesundheit“ (aus: „Lasst mir Zeit“, Emmi Pikler).

 

Integration= Unterschiedlichkeit und Vielfalt leben

 

Sowohl in der Kindergarten- wie auch in der Krippengruppe lernen alle Kinder gleichermaßen voneinander. Beeinträchtigte Kinder oder Kinder die von Behinderung bedroht sind, sind Kinder, die in ihren körperlichen Funktionen, ihrer geistigen Fähigkeit oder ihrer seelischen Gesundheit längerfristig beeinträchtigt sein können. Sie weichen in ihrem Entwicklungsstand deutlich von der für das Lebensalter typischen Entwicklung ab und sind in ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt (vgl.§2 Satz 1 SGB IX). Kinder mit erhöhtem Förderbedarf haben einen Anspruch auf Eingliederungshilfe, für deren Gewährung ist bei Kindern bis zu 6 Jahren in Bayern die Sozialhilfe zuständig (§10 Abs.2 Satz2 SGB VIII, Art. 53 BayKJHG, §30 SGB IX, §53 SGB XII). Entsprechend unseres BRK Grundsätze und unserer konzeptionellen Orientierung, leben wir den Gedanken der "Neutralität" und begegnen allen Menschen, gleich welchem Entwicklungsstand, welcher Herkunft, mit Wertschätzung und Respekt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kindern mit und ohne Beeinträchtigungen gleichermaßen ein Recht auf Bildung, Erziehung und Betreuung einzuräumen. Eine solche gemeinsame Erziehung ist ein Prozess, den alle an der Erziehung beteiligten (Eltern, Mitarbeiter) unterstützen und fördern müssen. Dazu sind dem Förderbedarf entsprechende, qualifizierte personelle Besetzung, kleine Gruppen sowie eine dem Förderbedarf entsprechende Raum- und Sachausstattung, Voraussetzung.     

 

"5 Sterne"- Aktionen
1. "Spielraum"- Wir lernen uns kennen (für Krippe)

Der "Spielraum" ist ein Angebot, welches sich an die Eltern der Krippenkinder richtet, die ab September einen Krippenplatz im Sternenhaus erhalten. Spielraum heisst...

... Angebot ab Mai des aktuellen Jahres (vor der Aufnahme  in die Krippengruppe)

... 1x wöchentlich treffen

... Angebot für Mutter/Vater und Kind

... in den Räumlichkeiten des Hauses

... von einer Krippenpädagogin angeleitet

... die Räumlichkeiten des Hauses erkunden

... und sich ein stückweit „eingewöhnen“

 

2. Waldprojekt (für Kiga)

 

Den Wald als Lebensraum der Tiere kennen lernen, die Baum- und Pflanzenvielfalt erfahren und die Veränderung der Natur in jeder Jahreszeit bewusst zu erleben. Dieses waren nur einige Motivationsgründe für uns, im Kita Jahr 16/17 das Projekt „Das Jahr im Wald“ durchzuführen.  4 Wochen verteilt auf das gesamte Kita Jahr, verbrachte die Kindergartengruppe im nahegelegenen Waldstück.  Daran möchten wir anknüpfen und das Waldprojekt weiterführen. Der Umfang des Projekts gestaltet sich jedes Jahr unterschiedlich.

 

3. Ernährungskonzept "Jolinchen" (für Kiga+ Krippe)

 „Gesundheit ist mehr als nur das Freisein von Krankheiten“ (BEP, S.360, 7.Aufl.)

Gesundheit setzt sich aus 3 wichtigen Bausteinen zusammen: Ernährung, Bewegung und Seelisches Wohlbefinden. Das Gesundheitsförderprogramm "JolinchenKids" betrachtet diese 3 Bereiche als Einheit in der Prävention und Gesundheitsförderung. Wir integrieren diese Bereiche in unsere Arbeit und führen die Kinder spielerisch durch das "Gesund- und - lecker-Land", den "Fitmach- Dschungel" und die Insel "Fühl-mich-gut" hin zu gesundheitsförderndem Verhalten, welches optimalerweise verinnerlicht wird und den achtsamen Umgang mit sich selbst, ihrem Körper und den Mitmenschen nachhaltig fördert.

 

4. Zusatzangebote (für Kiga)

Unsere Zusammensetzung der Zusatzangebote gestaltet sich nach den Interessen und Bedürfnissen der jeweiligen Kindergartengruppe. Derzeit sind das: "Springsterne" (Psychomotorik), "Yogasterne"  und "Ateliersterne" (Werken und Gestalten). Ein festes jährlich wiederkehrendes Zusatzangebot sind die " "Schlausterne". Basierend auf der Projektarbeit und dem spielerischen Lernen mit Montessori Material ist dies unser schulvorbereitendes Angebot für Kinder im letzten Jahr vor der Schule.

 

5. Wochenablauf- "Jeden Tag ist etwas los" (für Kiga)

Zusatzangebote in der Kindergartengruppe:

Montag = "Springsterne" (Psychomotorik) / "Yogasterne"

Dienstag = Heilpädagogik (für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf), Obstkorbtag

Mittwoch = Aktionstag ("Wir sind außer Haus")

Donnerstag = "Ateliersterne" (Kreativ-u.Werkstattpädagogik)

Freitag = Sporttag